May 242011
 

Maria Pflug-Hofmayr - Expertin für Weltraum Am 21.12.2012 endet der berühmte Maya-Kalender und viele Weltuntergangstheoretiker sind sich einig – an diesem Tag findet die Apokalypse statt! Geteilter Meinung ist man dagegen bei der Frage nach dem wie. Eine weltweit stark verbreitete Theorie handelt von „Planet X“, einem Planeten, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet soll. Wir von Reset2012 haben die renommierte Weltraumspezialistin Maria Pflug-Hofmayr zu den Hintergründen befragt.

Verborgene Planeten

Unentdeckte Planeten in unserem Sonnensystem? – Was sich für Otto Normalverbraucher wie die Drehbuchkurzfassung für den kommenden Science-Fiction-Blockbuster anhört, ist für Pflug-Hofmayr keineswegs Fiktion. Gewisse Regionen im All, etwa jene außerhalb der Planetenbahn des Pluto,  könne man aufgrund des schwachen Sonnenlichtes einfach nicht untersuchen. Auch mit  den modernsten Teleskopen ließe sich dort nichts entdecken. Dass sich aber ein solcher unentdeckter Himmelskörper auf Kollisionskurs mit der Erde befinden soll, hält die Expertin für ausgeschlossen. Das Eindringen eines so großen Objektes ins Innere unseres Sonnenystems würde enorme Bahnstörungen bei anderen Planeten auslösen. Observatorien aus aller Welt würden diese Anomalien innerhalb von Sekunden registrieren und melden.
Für Pflug-Hofmayr gibt es nur eine Erklärung für den weit verbreiteten Glauben an “Planet X”. In der breiten Öffentlichkeit wird der Begriff  häufig für Asteroiden oder Kometen verwendet, was oftmals zu Missverständnissen und Verwechslungen führt.

Apokalypse auf Zeit

Planet X

"Planet X" - Realität oder Fiktion

Die Erde hat bereits mehrere Zusammenstöße mit Himmelskörpern hinter sich. Vor 65 Millionen Jahren läutete beispielsweise der wohl bekannteste Einschlag das Ende der Dinosaurier ein. Es ist bekannt, so die Weltraumexpertin, dass Zusammenstöße von Weltraumobjekten mit einer gewissen Regelmäßigkeit auftreten, und ein solches Ereignis „bald“ wieder stattfinden wird. “Bald” ist allerdings ein unbestimmter Zeitpunkt, so kann es innerhalb der nächsten 10, oder aber auch 500 Jahren passieren.

Mittlerweile geben Computersimulationen genaue Aufschlüsse über die Auswirkungen eines Meteoriteneinschlags auf der Erde. Diesen zufolge würde entweder eine riesige Menge an Wasser verdampfen, oder ein Großteil der Wälder würde durch die freigewordene Hitze ausbrennen. Die Folge wäre eine unglaublich dichte Rauchwolke, deren Partikel fast alle Sonnenstrahlen filtern würden. Dadurch könnten kaum mehr Sonnenstrahlen zur Erdoberfläche durchdringen, was ein dramatisches Absinken der Durchschnittstemperatur auf wenige Grad Celsius zur Folge hätte. Ähnliches kann ein gigantischer Vulkanausbruch verursachen, so wie der 1815 ausgebrochene Vulkan Tambora (Indonesien). Seine ausgestoßenen Partikel führten damals zu weltweiten Missernten, denen Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Evakuierung?

Pflug-Hofmayr betont, dass die Menschheit schlechtestmöglich auf Zusammenstöße mit Asteroiden oder Meteoriten vorbereitet ist.  Eine Evakuierung der Bevölkerung sei nicht durchführbar, und die Sprengung des Objekts hätte nur eine Trümmerwolke zur Folge, die nicht minder gefährlich wäre als der Asteroid selbst. Theoretisch müsse das Objekt von seiner ursprünglichen Laufbahn abgelenkt werden. Technologien für eine solche Operation sind aber leider noch nicht vorhanden, zudem sind Asteroiden nicht leicht auszumachen, sie tauchen sehr plötzlich auf, und ihre Flugbahn ist durch ihr ständiges Ausgasen nicht genau vorherzusagen.

Gefahren aus dem All

Weitaus ernstere  Gefahr geht laut Pflug-Hofmayr von der Sonne aus. Eruptionen versursachen Partikelströme, die sämtliche elektronische Geräte, Satelliten oder den Funkverkehr lahmlegen können. Dieses Chaos bleibt uns aber normalerweise, dank des Magnetfeldes der  Erde, erspart. Würde aber dieses Feld gestört werden, hätten wir keinen wirksamen Schutz gegen die Strahlung. Wesentlich schlimmer könnte es die Erde treffen, wenn die Sonne weniger Sonnenflecken produziert, was gar eine neue Eiszeit zur Folge haben könnte. Die „kleine Eiszeit“ von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert kann als Beispiel für eine solche Periode gesehen werden.

 

Matias Gurbitsch
Richard Stockinger

Links:

Welt der Wunder zum Thema “Planet X”

2012 The END

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