Jun 062011
 

Alles was einen Anfang hat hat auch ein Ende, sagt Gemeinderabbiner Hofmeister, jedoch maßt sich das Judentum nicht, wie andere Religionen, an, genau zu wissen wie das genau aussehen wird! Es zwar verschiedene Ideen, aber keine kann als Glaubensdogma betrachtet werden.

Als Anbruch einer neuen Zeit kann jedoch die Herrschaft des Messias, oder wie er im Judentum heißt, des Moschiachs (hebr. der Gesalbte) gewertet werden. Die physische Welt wird dabei zunächst auch unter dem Moschiach bestehen bleiben, jedoch die spirituelle Welt wird etwas anderen Gesetzen folgen. Was danach passieren wird kann nicht klar gesagt werden.

Der Moschiach hat jedoch andere Aufgaben  als der christliche Messias, dessen Wurzeln im Griechisch-Römischen liegen. Der Moschiach ist zu 100% Mensch. Er hat nichts göttliches oder halbgöttliches, er wird als Mesch geboren und lebt als Mensch. Der einzige Unterschied ist seine Unsterblichkeit.

Doch um als Moschiach anerkannt zu werden, muss er dabei viele Kriterien erfüllen. So muss er Jude sein und dem Stamm Juda angehören, und außerdem aus dem Hause Davids stammen.

“Den Sproß Davids, Deines Knechtes, lasse bald hervorsprießen und seine Macht hebe sich durch Deine Hilfe, denn auf Deine Hilfe hoffen wir den ganzen Tag. Gelobt seist Du, Ewiger, der da sprießen läßt des Heiles Macht!”(Schmone-Esre – 15.Bitte)

Daneben hat er folgende Aufgaben zu erfüllen:
Der Moschiach wird den Tempel in Jerusalem wieder erbauen und die in der Diaspora verstreuten Juden zurück ins Lande Israel führen, wo alle nach den Gesetzen der Tora leben. Alle Menschen werden ihn als Herrscher anerkennen, und sie werden alle nur den einen Gott anbeten und in Folge dessen moralischer und spiritueller leben. Es wird keinen Krieg und kein Elend mehr auf der Welt geben, sondern Wohlstand und Glück sind für alle Menschen erreichbar. Denn das Judentum macht keine Unterschied zwischen den Menschen, alle sind gleich. Juden haben lediglich andere spirituelle Verpflichtungen und müssen sich an  mehr Gesetze halten (613 Gebote), Nichtjuden lediglich an die sieben noachidischen Gebote.

Diejenigen Juden, die assimiliert und aufgeklärt sind,  werden zum wahren Judentum zurückkehren und das ganze Volk Israel, als das auserwählte Volk  wird sich nur mit dem Erlernen der Tora beschäftigen.

Nach der Ankunft des Moschiach auf Erden, werden schließlich auch die Toten auf der ganzen Welt wieder auferstehen. Im Judentum handelt es sich dabei auch um die tatsächliche physische Auferstehung, denn vom Fortleben der Seele geht das Judentum ja sowieso aus.

Ein jüngstes Gericht, bei dem final über die Menschen gerichtet wird gibt es nicht. Der Mensch ist jedoch allein für sein Leben verantwortlich und muss über sein Handeln und Tun nach seinem Tod, insbesondere in den ersten Monaten nach dem Ableben, in einer spirituellen Welt Rechenschaft ablegen.

“Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist.” (Jes 11,6f)

Wann der Moschiach kommt ist ungewiss, nicht aber dass er kommt.  Im Prinzip ist sein Kommen jederzeit möglich, allerdings soll er laut der Schrift noch vor dem jüdischen Jahr 6000 kommen (wir schreiben 2010/2011 das jüdische Jahr 5771).  Einigen Überlieferungen nach gibt es Vorzeichen oder Bedingungen für das Erscheinen des Moschiach, so soll er beispielsweise in schwierigen Zeiten oder in Zeiten einer großen Rezession kommen. Andere Quellen sprechen von einem großen Krieg, dem Krieg des Gog und Magog vor dem Kommen des Messias.  Auch eine mögliche Ankündigung durch den Propheten Elias wird von einigen Überlieferungen erwähnt.

Um das Kommendes Messias zu Beschleunigen sollten alle Menschen auf der Welt gut zueinander sein, die Juden sollten alle um das baldige Kommen bitten und beten, sich nach dem Moschiach sehnen und sich bereits auf seine Ankunft vorbereiten.  So rufen verschiedenste orthodoxe Bewegungen immer wieder auf,  sich intensiver auf das Kommen des Moschiach vorzubereiten.

In der jüdischen Geschichte gab es in den letzten 3000 Jahren circa fünf Dutzend Personen, von denen behauptet wurde oder die von sich behaupteten der Moschiach zu sein – die einzige Person die in der jüdischen Tradition nicht vorkommt ist übrigens Jesus von Nazareth.

 

 

Quellen:

Interview mit dem Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister am 3.Juni 2011

http://www.judentum-projekt.de/religion/religioesegrundlagen/messias/index.html

http://www.de.chabad.org/library/article_cdo/aid/691909/jewish/Was-sagt-das-Judentum-zum-Ende-der-Tage.htm

http://www.gym-hartberg.ac.at/religion/starnet/media/downloads/Apk_Weltreligionen.pdf

Foto: copyright by Benjamin Greenberg

  2 Responses to “Das Ende der Welt im Judentum”

  1. Danke, diese Seite hat mir sehr weiter geholfen für meinen Unterricht

    • Wer wahrlich Glaeubig ist egal ob Jude, Christ, Moslem oder wie auch immer sollte keinen Menschen unterdrücken Gott sieht und hört alles! Seit gerecht seit ehrlich und aufrichtig sammelt nicht Hab und Gut sondern teilt es, wir sind alle Menschen mit den selben Grundbeduerfnissen. Denkt daran, keiner wird einen Cent mit in die Ewigkeit mitnehmen können noch wird irgend jemand sich mit seinem Besitz frei kaufen können! Jetzt ist es an der Zeit gutes zu tun soviele Menschen leiden auf der Welt, Kinder verhungern werden gefoltert missbraucht und getötet! Nahrung gibt es genug auf der Welt nur die Menschen sind gierig und ungerecht! Dadurch schaden sie sich am meisten sich selbst, denn fuer das kurze Erdenleben tauschen sie ihr ewiges Leben ein! Das ist ein ungeheuerlicher Verlust fuer jeden der dies nicht begreift!
      O meine Brueder und Schwestern bedenkt das es Gott gibt und das er gnädig und barmherzig gegen seine Diener ist! Egal welche Suenden man auch begangen hat, bis zum letzten Atemzug hat jeder die Chance auf Vergebung! Da keiner weiß wann er seinen letzten Atemzug machen wird ist jeder Augenblick eine Chance!

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