Jun 132011
 

Der Maya-Kalender ist nicht die einzige Quelle, die den Weltuntergang für das Jahr 2012 voraussagt. Es tauchen immer weitere, mehr oder minder glaubwürdige Prognosen darüber auf, wie die Welt in besagtem Jahr untergehen wird. Zu den weniger verbreiteten, in mythologischen Kreisen jedoch anerkannten Prophezeiungen, zählen die Endzeiterwartungen der Hopi-Indianer.

Wer sind die Hopi-Indianer?

Die Hopi sind die westlichste Gruppe der Pueblo-Indianer und leben im nordöstlichen Arizona, USA, in einem ca. 13.000 km² großen Reservat. Der Stamm umfasst derzeit etwa 10.000 Personen. Schon vor Entdeckung Amerikas durch Kolumbus lebten die Hopi, was soviel bedeutet wie „die Friedfertigen“, in den Hochebenen des nordöstlichen Arizona. Sie waren ein hochkultiviertes Volk, das trotz schwierigster landwirtschaftlicher Bedingungen den Ackerbau und die Schafzucht entwickelte, um sich selbst  versorgen zu können.

Schlangentanz

Schlangentanz

Auch die Religion war und ist für den Stamm der Hopi sehr wichtig, da diese untrennbar mit dem täglichen Leben verknüpft ist. Die Stammesältesten sehen sich als Erben der Welt, und daher für die Verwaltung und den Schutz von Mutter Erde zuständig. Diese Aufgaben werden von Geheimbünden, den sogenannten Wuutsim, übernommen, welche religiöse Zeremonien und Rituale abhalten.
Das wohl bekannteste Ritual der Hopi ist der Schlangentanz, bei dem die Teilnehmer lebende Schlangen im Mund haben, während sie den Tanz aufführen. Bei der jährlich Ende August aufgeführten Zeremonie sind nur bei bestimmten Teilen des Spektakels Zuschauer erlaubt, der Rest wird geheim, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, zelebriert.

Der Hopi-Way-of-Life

Die Hopi bekennen sich zu dem sogenannten Hopi-Way-of-Life. Diese Lebensform ist durch die Nähe zur Natur, durch die Pflege des Bodens und durch eine bescheidene, fleißige und einfache Lebensführung gekennzeichnet. Sie ist also offensichtlich sehr gegensätzlich zu der Kultur der Weißen. Der Hopi-Way-of-Life fungiert als eine Art Leitbild, als Maßstab für das Verhalten der Stammesangehörigen.

Die Legende

Hopi-Indianer

Hopi-Indianer

Die Legende der Hopi-Indianer besagt, dass es sieben Welten (Zeitalter) gibt, und dass wir uns momentan in der vierten davon befinden.
Vor der Erschaffung der Erde lebten die gestaltlosen Geister in einem grenzenlosen Raum, dem Tokpela. Bei der Erdschöpfung nahmen diese Geister menschliche Gestalt an und das irdische Leben begann. Laut Überlieferungen gibt es einen Schöpfer, der die Macht über die Welt und das Leben auf der Erde besitzt und über sie bestimmt.
Nachdem die Menschen dieser Ersten Welt die Weisungen des Schöpfers missachteten und sich zum Negativen hin entwickelten, vernichtete der Mächtige diese Welt durch Feuer. Es überlebten nur die Guten, die sich an seine Gebote gehalten hatten. Aber auch in der Zweiten Welt wurden die Menschen böse, deshalb wurde auch diese vom Schöpfer vernichtet, diesmal durch Eis und Schnee. In der Dritten Welt begannen sich die Menschen im Laufe der Zeit  gegenseitig zu bekämpfen und die Gebote des Schöpfers zu ignorieren. Deshalb wurde die Dritte Welt durch eine Flut vernichtet. Nachdem auch diese Welt keinen Bestand hatte, fanden die guten Menschen, die überlegt hatten, Zuflucht in der neuen Vierten Welt, welche unsere heutige Welt darstellt.

Das Ende der Welt steht bevor

Die Prophezeiungen der Hopi stellen keine fixen Dogmen dar, ganz im Gegenteil. Es  existiert eine Vielzahl an Variationen von diesen. Alle haben jedoch einen gemeinsamen Nenner: Es wird ein Ende unserer jetzigen Welt geben. Aufgrund der Überlieferungen glauben die Hopi, dass in naher Zukunft das fünfte Zeitalter anbrechen wird, genauer gesagt am 23.12.2012, da bereits angekündigte Anzeichen aus der Prophezeiung aufgetreten sind, die auf das Ende der Vierten Welt hindeuten, in der wir derzeit leben. Insgesamt gibt es neun Zeichen, deren Eintreten das nahe Ende bedeuten. Acht der Zeichen haben sich im Laufe der Jahre bereits erfüllt und nur noch eines, das letzte Anzeichen, ist übrig:

    1. Das erste Zeichen sagt voraus, dass weißhäutige, bewaffnete Menschen in das Land der Hopi eindringen und für sich beanspruchen werden: „Uns wurde berichtet vom Kommen weißhäutiger Menschen, Menschen, die das Land, was nicht ihres war, nahmen, die ihre Tiere mit Donner erschlugen.

 

    1. Das zweite Zeichen weist auf die Erfindung von Fortbewegungsmitteln auf Rädern, wie Kutschen oder auch Autos, hin: „Unsere Länder werden das Kommen drehender Räder, gefüllt mit Stimmen, sehen.

 

    1. Das dritte Zeichen deutet auf die starke Verbreitung des Langhornrindes im Land der Hopi-Indianer hin: „Ein starkes Vieh wie ein Büffel mit großen, langen Hörnern wird das Land in großer Zahl überrennen.“

 

    1. Das vierte Zeichen sagt die Entwicklung von Eisenbahnen und dem Schienenverkehrsnetz voraus: „Das Land wird durchzogen von Schlangen aus Eisen.

 

    1. Das fünfte Zeichen steht für die Verlegung von Elektrizitäts- und Telefonleitungen: „Das Land wird kreuz und quer durchzogen von einem gigantischen Spinnennetz.“

 

    1. Das sechste Zeichen meint Asphaltstraßen, die bei starker Hitze einen Luftspiegelungseffekt hervorrufen: „Das Land wird kreuz und quer durchzogen mit Flüssen aus Stein, die Bilder in der Sonne machen.“

 

    1. Das siebte Zeichen steht für die Verschmutzung der Meere durch Ölkatastrophen: „Ihr werdet hören, dass die See sich schwarz färbt und viele lebende Wesen sterben deswegen.“

 

    1. Das achte Zeichen steht für Menschen, die eine alternative Lebensweise pflegen und eine von bürgerlichen Zwängen befreite Lebensvorstellung vertreten, z.B. Hippi-Bewegungen: „Ihr werdet viele Junge sehen, die ihr Haar lang tragen wie unsere Leute, die kommen und sich mit den Eingeborenen treffen, um unsere Weisheit und unsere Lebensweise zu lernen.“

 

  1. Das neunte und letzte Anzeichen vor der Zerstörung der jetzigen Welt lautet: “Ihr werdet von einem Wohnort im Himmel über der Erde hören, der mit großem Lärm fallen und als blauer Stern erscheinen werde. Kurz darauf werden die heiligen Bräuche der Hopi verschwinden. Der Übergang zwischen den Welten werde Auftauchen.” Die Verwirklichung dieses Zeichens wird entweder in Form eines abstürzendes Himmelskörpers oder einer abstürzenden Raumstation vermutet.

Die Welt wird hin und hergeschüttelt werden.“

Laut Legende soll die Zeit, die dem Ende vorhergeht, eine Zeit der Unordnung, des Durcheinanders, der Ängstigung und des Leidens sein. Die Welt wird aus dem Gleichgewicht geraten. Dieser Zustand wird in Hopi-Sprache als Koyaaniqgazsi bezeichnet. Wir können laut Hopi derzeit einige Zeichen von Koyaanisqatsi beobachten, gemeint sind die Naturkatastrophen wie die starken Erdbeben in Japan, Tornados in den USA oder Vulkanausbrüche auf Island. Außerdem wird auch der Krieg im Nahen Osten als Zeichen des sich nähernden Überganges in die Fünfte Welt gedeutet:

„Der weiße Mann wird Menschen in anderen Ländern töten, in den Ländern, die zuerst das Licht der Weisheit besaßen.“

Die Hopi sprechen von einem Zyklus der Reinigung und Zerstörung mit folgender Neuentstehung, die jedoch nur diejenigen Menschen überleben werden, die es nicht verlernt haben, die richtige Balance zu der Natur zu behalten und den Prinzipien des Hopi-Way-of-Life treu geblieben sind.

Den Hopi-Überlieferungen nach wird eine Zeit der Umwälzungen stattfinden und es wird überall auf der Erde brennen. Die große Reinigung, die als Vorbereitung für den Eintritt in die Fünfte Welt dient, habe bereits 1998 begonnen und ihr Ende wird daran zu erkennen sein, dass ein großes, blaues Himmelsobjekt – als ein Begleiter des Sterns Sirius – tagsüber als zweite Sonne am Himmel zu sehen sein wird:

“Ihr werdet von einem Wohnort im Himmel über der Erde hören, der mit großem Lärm fallen und als blauer Stern erscheinen werde. Kurz darauf werden die heiligen Bräuche der Hopi verschwinden. Der Übergang zwischen den Welten werde Auftauchen.”

Die Hopi haben schon mehrmals versucht, im Weißen Haus in Washington und vor den Vereinten Nationen vorzusprechen –  ihre Ansuchen wurden aber immer wieder ignoriert. Auch diese Versuche, aufgrund der bevorstehenden Ereignisse mit den westlichen Kulturen in Dialog zu treten, wurden in der Legende prophezeit.

Gibt es einen Ausweg?

Rudolf Kaiser, der Autor des Buches Die Stimme des Großen Geistes, das die Kultur der Hopi-Indianer und ihre Prophezeiungen fokussiert, behauptet allerdings, dass die Aussagen über Endzeiterwartungen nicht unbedingt auf eine Katastrophe hinauslaufen, sondern bei einer Änderung unseres Bewusstseins und unseres Tuns, die Möglichkeit einer Fortdauer dieser Welt offenlassen.

Auch der Hopi-Experte Tom Tarbet hat herausgefunden, dass es sich bei den Prophezeiungen der Hopi nicht um unmittelbare, absolute Vorhersagen handelt, sondern dass diese als Erklärungen für bestimmte Ereignisse dienen sollen. Dadurch soll den Menschen vor Augen gehalten werden, was auf der Welt vor sich geht und was sie tun können, wenn sie die Erde nicht endgültig zerstören wollen. Laut Tarbet können die Prophezeiungen also als Wegweiser verstanden werden: Wenn wir diesen Weg gehen, wird das geschehen – wenn wir einen anderen gehen, etwas anderes. Außerdem soll den Menschen dadurch aufgezeigt werden, welch mächtige Rolle sie in dieser Welt spielen.

Wichtig ist auch zu erwähnen, dass die Endzeiterwartungen der Hopi-Indianer ursprünglich nicht schriftlich aufgezeichnet wurden, weil sie noch keine Schrift kannten. Die einzigen „schriftlichen“ Quellen sind Zeichnungen auf Steintafeln und sogenannten Prophezeiungsfelsen (Prophecy Rocks), die jedoch erst zwischen den Jahren 1890 und 1905 angefertigt wurden und auf mündlichen Überlieferungen beruhen.

 

Text von Tereza Hofmanová und Nicole Steiner

Quellen:
Kaiser, Rudolf: Die Stimme des Großen Geistes. Prophezeiungen und Endzeiterwartungen der Hopi-Indianer.
http://hopi.org/
http://www.indianer-wiki.org/Hopi
http://enominepatris.com/weissagungen/indianer.htm
http://www.2012supplies.com/what_is_2012/hopi_prophecy.html

Bilder:
http://preterhuman.net/texts/other/crystalinks/hopi1.html
http://www.alladvantage.de/paradigmenwechsel.php

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