Sep 152011
 

Regina Hruska, Psychotherapeutin und spirituelle Heilerin, glaubt nicht, dass die Welt untergeht. Was sie sehr wohl glaubt ist, dass wir uns in einer großen Umbruchsphase befinden. So wie es jetzt ist, kann es nicht mehr weiter gehen. Die riesigen Konzerne, die alles beherrschen. Die Art, wie wir mit der Natur umgehen. Einige fliegen tausende Kilometer mit dem Flugzeug, andere sterben an Hunger. Die Pharmaindustrie. Tote Vögel fallen vom Himmel.

Regina Hruska sieht die weltlichen Gegebenheiten der Zeit für Zeichen eines größeren Wandels. Sie glaubt nicht an ein fixes Datum wie jenes, abgeleitet vom Maya Kalender, des 21.12.2012, deutet aber darauf hin, dass den Jahren 2012/2013 eine besondere Bedeutung zukommt – eine Zeitenwende, wie sie es nennt, in der einige astrologische und geophysikalische Änderungen zusammenkommen. In ihrem Vortrag will sie das Thema Weltuntergang 2012 von einer etwas anderen Perspektive beleuchten und Phänomene wie die Polsprung, Drehung der Erdachse, astrologische Zeitalter – eben Dinge, die nicht so bekannt sind – heranziehen, um den Menschen, die sich dafür interessieren, eine neue, allumfassendere Einsicht zu geben.

Jul 252011
 

Seit längerem werden Weltuntergangsszenarien rund um das Jahr 2012 debattiert und sogar verfilmt. Doch wie steht die Wissenschaftswelt zum Thema Doomsday 2012? Um ein paar Meinungen von Experten zu hören begaben wir uns in die Nationalbibliothek zu einem Kongress zu Astrologie und Wissenschaft und interviewten die Vortragenden, welche auf verschiedenen Wissenschaftsfeldern tätig sind (Religionswissenschaften, Soziologie, Astronomie und Psychologie) und die aus ihrer jeweiligen Perspektive ihre Ansichten zu 2012 äußerten.

Jul 072011
 

Am 21.Dezember 2012 endet die Lange Zählung des Maya Kalenders, an diesem Tag wird sich die Erdkruste verschieben und als Folge werden Ausbrüche gewaltiger Supervulkane, Erdbeben und riesige Flutwellen den Großteil der Menschheit ausradieren. So jedenfalls sieht das Auslaufen des Kalenders im Hollywood Blockbuster 2012 von Roland Emmerich aus. Und spätestens seit diesem Film ist der Maya Kalender auch einer breiteren Masse bekannt.

Nun ist das Jahr 2012 nicht mehr allzu fern, indem also am 21.Dezember der Kalender der Maya endet. Was wird geschehen? Wird es Naturkatastrophen immensen Ausmaßes geben, die die Erde unbewohnbar machen, droht Gefahr aus dem All oder gar eine göttliche Intervention? Oder werden an diesem, vielleicht sonnigen und kalten Vorweihnachtstag die Menschen doch, wie jedes Jahr hektisch und auf der Suche nach den passenden Weihnachtsgeschenken durch die Einkaufsstraßen irren?

Haben die Maya überhaupt etwas vorhergesagt? Oder gibt es nur unzählige Spekulationen um das was geschehen wird?

Was auch immer geschehen wird, das Ende der Welt, der Weltuntergang oder ein Ende der Zeit oder ähnliches ist ein verbreitetes Phänomen und kommt in den verschiedensten Kulturen in den verschiedensten Formen vor. Sei es die Apokalypse im Johannesevangelium oder seien es die Vorhersagungen Nostradamus, viel zu oft wurde ein Ende vorhergesagt. Warum also sollten wir uns gerade jetzt fürchten, vor dem Kalender einer uralten Kultur, die auf der anderen Seite der Welt zuhause ist?

Zunächst einmal, der Maya-Kalender, auf den sich Weltuntergangstheoretiker beziehen, ist eigentlich nur eine Teilzählung des Kalendersystems der Maya. Denn diese nutzten verschiedene Zählsysteme für unterschiedliche Zwecke. Für rituelle und religiöse Zwecke benützten die Maya die Tzolkin Zählung, die sie womöglich von anderen Kulturen übernahmen. In dieser Zählung gibt es 260 Tage, die aus einer Kombination von 13 Zahlen und 20 Schutzgöttern bestehen. Nach allen möglichen Kombinationsmöglichkeiten beginnt sie von vorne.

Daneben gibt es im Kalendersystem für zivile Zwecke die Haabzählung – sie orientiert sich am Sonnenjahr- und hat 365 Tage. Der Haab-Kalender ist also dem unsrigen, gregorianischen sehr ähnlich, wobei er 18 Monate zu 20 Tagen und einen Monat zu 5 Tagen kennt.

Da sich diese Kalender aber, auch in ihrer Kombination spätestens alle 52 Jahre wiederholten, entwickelten die Maya ein weiteres System, um astrologische und historische Daten genau bestimmen zu können – die Lange Zählung. Und diese ist es nun, die, nach der aktuellen Umrechnung, der Thompson-Korrelation, am 21. oder 23.Dezember ausläuft. Jedoch ist die genaue Umrechnung auf den gregorianischen Kalender nach wie vor ein großes Problem, da es kein Maya Datum gibt zu dem sich ein eindeutiges gregorianisches Datum bestimmen lässt. Nach dem Auslaufen dieser Langen Zählung springt diese also wieder auf Null, beziehungsweise auf 13.0.0.0.0 , zurück – der Schöpfungstag der Maya jährt sich. Dies hätte jedoch wohl nur eine rituelle Bedeutung für die Maya.

Der vielbeschworene Weltuntergang, der aus diesem Auslaufen der Langen Zählung abgeleitet wird, ist also zum Einen sehr viel Interpretation Dritter und zum Anderen, aufgrund der Umrechnungsproblematik, das Datum an sich äußerst unsicher.

Doch welche Ansätze zum letzten Tag, zum Ende der Welt gibt es neben den Spekulationen zum Maya-Kalender noch? Im Rahmen von reset2012.at haben wir, Wiener Publizistikstudenten, ein Semester lang in die unterschiedlichsten Richtungen recherchiert und versuchen auf diesem Blog eine Übersicht über die wichtigsten Ansätze zum Weltuntergang zu geben.

 

, Sabrija Zeric

 

Quellen: Peter Meyer: Der Maya Kalender

Bild: Creative Commons , Thierry Ehrmann

Jul 042011
 

Die Vorstellung eines möglichen Weltuntergangs stellt für die Hypochonder und Abergläubischen unter uns ein Nerven-zehrendes Ereignis dar, dem man durchaus negativ entgegenblicken möchte. Könnten für jene die nun Antworten im Glauben oder gar in der Esoterik suchen, Engel eine Lösung sein?

Um dieser Frage nachzugehen spreche ich mit Sabine Kühn. Sie ist seit 2007 selbständig im Bereich der alternativen Heilmethoden und Energiearbeit. Erste Erfahrungen in Reiki und Routengehen sammelt sie bereits seit 1995, beides durch eine Ausbildung. Das Pendeln erlernte Kühn durch konstante Eigeninitiative.

Gemeinsam mit Andrea Hülpüsch schrieb sie 2010 ein Buch über die Arbeit und das Pendeln mit Engeln.

“In Ihrem Buch „Pendeln mit Engeln“ versprechen Sie Rat und Lebenshilfe durch die Kontaktaufnahme mit Engel, inwiefern ist das möglich?”

S.K.: “Die Pendeltafeln geben Lebenshilfe und Ratschläge wieder, die man natürlich auch ohne Engel austesten könnte. Für Menschen, die Spaß an dieser Art von Kontaktaufnahme über das Unterbewusstsein haben, ist es eine wertvolle Hilfe und Alternative zum Ziehen von Engelkarten, Orakelkarten oder ähnliches.

Jeder, der sich für die Kommunikation mit der feinstofflichen Welt öffnet, kann seine Wahrnehmung diesbezüglich trainieren. Es gibt auch Menschen, die diese Fähigkeit von Kindheit an haben oder durch bestimmte Situationen im Leben damit in Berührung gekommen sind, ohne dies groß zu trainieren.

Bei der Pendelarbeit fragen wir Informationen bzw. vorhandene Schwingungen ab. Dies setzt voraus, dass man daran glaubt, dass alles was existiert, eine Schwingung hat, eine eigene Energie. Materie und Gedanken sind schwingender Schall und haben eigene Frequenzen. Diese Frequenzen oder Schwingungen gestalten die Welt. Auch Engel sind Schwingung und können entsprechende Schwingungsimpulse geben, die wir unbewusst aufnehmen und die durch unser Nerven- und Muskelsystem Reflexe erzeugen, die ein Pendel in Schwingung versetzen.

Voraussetzung für diese Art des Austestens ist jedoch, dass der „Pendler“ Kenntnisse über den Umgang mit einem Pendel hat und weiß, wie er es richtig einzusetzen und die Pendelausschläge zu deuten hat.

Das Pendel ist in diesem Fall für den Kontakt mit Engeln ein Hilfsmittel für diejenigen, die sonst noch nicht das Vertrauen haben in direkten Kontakt mit Ihrem Engel zu treten.”

“Welche Engel gibt es und wie könnten diese den Menschen helfen um einem etwaigen Weltuntergang entgegenzutreten?”

S.K.: “Wir Menschen teilen Engel gerne in Kategorien ein. Bekannt sind die Erzengel und Schutzengel. Sicher haben einige von Ihnen auch schon die Begriffe Erdengel, Seraphim, Cherubim und Elohim gehört. Die Arbeit mit Engel ist nicht so kompliziert, dass wir sie dafür in Gruppen einteilen müssen. Alleine die Bitte an die Engel reicht aus, dass sie alles tun, was sie für uns tun dürfen.

Die Seele des Menschen ist hier inkarniert, um Dinge erfahren zu können. Diese Erfahrungen können Engel allerdings nicht abnehmen.

In Bezug auf den Weltuntergang könnten die Menschen Bitten an die Engel stellen wie zum Beispiel: Liebe Engel, helft mir bitte zu erkennen, was ich für die Rettung der Erde tun kann oder Bitte liebe Engel zeigt mir und den anderen Menschen, wie die Erde geheilt werden kann.”

“Sie bieten auch Kurse an, um Interessierten das Pendeln beizubringen. Gab es bereits Menschen, die sich danach beispielsweise an Engel wandten um einen Zeitpunkt des Weltuntergangs zu erfragen?”

S.K.: “Ob Menschen sich an Engel wandten, um den Weltuntergang zu erfragen kann ich leider nicht beantworten. Manche Menschen möchten die Lottozahlen austesten, andere vielleicht auch den Zeitpunkt des Weltuntergangs. Das hat nichts mit seriöser Pendelarbeit zu tun und wird sicher nicht gelingen, da dies voraussetzen würde, dass das Schicksal und bestimmte Ereignisse auf den Tag genau vorhersehbar sind und in diesem speziellen Fall Engel so etwas sicher nicht beantworten.”

“Gibt es überhaupt die Möglichkeit durch das Pendeln Antworten auf die Frage nach einem möglichen Weltuntergang zu erhalten?”

S.K.: “Für die Pendelarbeit ist es wichtig, eine möglichst neutrale und emotionslose Haltung zu den Fragen zu haben, um eine möglichst präzise Antwort zu erhalten. Des weiteren ist es das höchste Gebot von Lichtwesen, Menschen in ihrer Energie zu unterstützen und diese keinesfalls zu schwächen. Genau dies würde aber bei einer solchen Frage eintreffen. Zum Einen hat wohl jeder Mensch Angst vor solch einer Katastrophe, was schon entsprechende Emotionen freisetzt, die die Pendelarbeit beeinflussen und dann würde niemals ein Engel so etwas beantworten.”

“Müssen Menschen, die Kontakt mit Engel aufnehmen wollen spezielle Vorkenntnisse oder Fähigkeiten vorweisen?”

S.K.: “Nein, eine gewisse Offenheit für diese Vorgänge ist allerdings wichtig. Engel sind göttliche Wesen und es braucht keine Vorkenntnisse oder Fähigkeiten, um mit dem Göttlichen in Kontakt zu treten oder zu beten.”

“Wie stehen Sie zu diversen Weltuntergangszenarien?”

S.K.: “Gedanken sind Energie (darüber gibt es verschiedene Bücher von Masaru Emoto, der mit Hilfe von Wasserkristallen Gedankenstrukturen sichtbar gemacht hat). Kommen zu den  Gedanken noch Emotionen hinzu, verstärken sich diese Energien und bewirken, dass sie in Materie umgewandelt werden. Wenn sich mehrere Menschen diesen Energien anschließen spricht man von einem kollektiven Bewusstsein.

Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen ihre Gedanken auf positive Dinge lenken und sich die Welt als einen schönen, friedlichen Ort vorstellen. Die kollektive Negativität in Bezug auf den Weltuntergang kann demnach also auch Katastrophen, Kriege usw. erschaffen oder auslösen. Sind die Gedanken schrecklich, ist auch die Welt schrecklich.

Laut Berichten soll es 1993 in Washington einen Versuch gegeben haben, bei dem 4000 Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam meditiert haben. Es kam heraus, dass direkt nach Beginn der Meditationen in dieser Zeit die Gewaltverbrechen beeindruckend vermindert, also Verbrechen stark reduziert wurden und dies zog die Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern in der ganzen Welt auf sich.”

“Halten sie es für möglich, dass sich diverse Spekulationen über das Ende der Welt durch das Enden des Maya Kalenders 2012 bewahrheiten?”

S.K.: “Viele sprechen vom Maya-Kalender, ohne sich näher mit ihm beschäftigt zu haben. Meines Wissens nach, hört der Kalender 2012 nicht auf, sondern beginnt wieder von Neuem. Der Mayakalender ist auf den Kosmischen Kalender aufgebaut. Das heißt, dass Ereignisse, die es im Kosmos vor vielen hundert Jahren gab, sich irgendwann wiederholen. Der Mayakalender beschreibt den Einfluss der Planeten auf uns Menschen.

Dies soll also nach den Aussagen einfach so aufhören?

Wenn wir uns den Mayakalender anschauen, sehen wir, dass im Tzolkin bestimmte Energien an einem bestimmten Tag vorhanden sind. Wenn ich also ein wichtiges Gespräch führen muss, sollte ich das an einem Tag tun, der dieses unterstützt, ähnlich wie bei dem Mondkalender. Der Mondkalender hört aber auch nicht eines Tages auf, sondern ordnet sich irgendwann neu. Es gibt also einen Zeitpunkt wo sich der Mondkalender in irgendeinem Jahr und sei es in hundert oder tausend Jahren von der Konstellation her wiederholt.”

“Was würden Sie Menschen raten, die an das Ende der Welt im Jahr 2012 glauben?”

S.K.: “Wie schon erwähnt, handelt es sich bei dieser Katastrophe um ein Kollektivbewusstsein. Genauso wie ich es beeinflussen kann Negatives zu denken, kann ich auch Positives denken. Wenn wir Menschen anfangen uns nicht von Negativem führen zu lassen, sondern uns auf das Schöne, Freudvolle und Positive einstellen, können wir andere Menschen in unserem Umfeld beeinflussen bzw. anstecken glücklicher zu werden.

Jeder Mensch, ohne Ausnahme, ist auf der Suche nach dem glücklich sein. Manche haben es schon gefunden, andere suchen noch danach. Interessant ist zu beobachten, dass es nichts mit dem Außen zu tun hat wie Geld, Auto, Haus oder Reisen sondern mit der eigenen Einstellung und Sichtweise der Dinge. Es gibt Menschen die alles haben oder besitzen, was wir uns vorstellen können und trotzdem nicht in der Lage sind, dieses zu genießen. Sie sind daher immer noch unglücklich.

Wenn wir also damit anfangen, das zu genießen was wir haben, werden wir glücklicher und befreiter sein und unser Umfeld wird uns eines Tages fragen was wir an uns verändert haben, wenn wir glücklich sind.

So können wir andere Menschen anstecken und ein anderes glücklicheres Kollektivbewusstsein schaffen. Fangen wir also an glücklich zu werden und die Katastrophen werden laut dem Kosmischen Gesetz nicht in Resonanz mit uns treten.”

 

Evelyn Baier

 

Jul 012011
 

Die Zeugen Jehovas sind eine im 19. Jahrhundert gegründete christliche Religionsgemeinschaft, der weltweit ungefähr 7,5 Millionen Menschen angehören. In Österreich sind die Zeugen Jehovas seit dem Jahr 2009 eine vom Staat anerkannte Religionsgemeinschaft und mit 23.000 Mitglieder (Basis Volkszählung 2001) fünft stärkste Glaubensrichtung in diesem Land.

WachturmDie Zeugen Jehovas leiten ihren Glauben nur von ihrem Verständnis der Bibel ab. Demnach enthält die Bibel die von Gott durch Inspiration offenbarte religiöse Wahrheit, die Grundlage der gesamten Lehre ist. Ihre Auslegung der Bibel unterscheidet sich dabei in vielen Punkten von der, die in den meisten anderen christlichen Gemeinschaften anzutreffen ist. Hauptverkündungsorgan der religiösen ansichten ist dabei die halbmonatlich erscheinende Zeitschrift der Wachturm.

Die Zeugen Jehovas unterscheiden drei Menschengruppen: 144.000 werden verklärt mit Christus im Himmel herrschen; alle übrigen Zeugen Jehovas werden in einem irdischen Paradies ewig glücklich leben; wer sich nicht der Lehre der Wachtturm-Gesellschaft anschließt, wird total ausgelöscht. Sämtliche Endzeitberechnungen der Zeugen Jehovas haben sich jedoch als falsch erwiesen, zuletzt 1975. Mit dem Eintritt in die Endzeit ist die Erwartung der Schlacht von Harmagedon verbunden (Offb 16), der das 1000jährige Reich Christi hier auf Erden folgt. Nach einer letzten Möglichkeit zur Entscheidung folgt die end- gültige Trennung zwischen Guten und Bösen. (kurze Übersicht zur Glaubensanschauung: PDF)

Mit über 10 (falsch) prophezeiten Weltuntergängen führt diese Glaubensgemeinschaft auch unsere Top-10 der berühmtesten Weltuntergangsvorhersager an. In unserem Interview nimmt Wolfram Slupina als Informationsbeauftragter der Zeugen Jehovas zum Thema Weltuntergang Stellung.

Herr Slupina, was bedeutet das „Ende der Welt“ für Jehovas Zeugen?

Bibelstudium

W.S.: Zum besseren Verständnis vorab folgende Erklärung: Die heutigen mit dem „Weltende“ verknüpften Vorstellungen der meisten Menschen sind größtenteils von diversen Kinofilmen, die von der Unterhaltungsbranche im Laufe der Jahre produziert wurden, geprägt. Für die Befürchtungen in Verbindung mit einem drohenden Weltuntergang gibt es ganz unterschiedliche Gründe und Denkansätze.

Es gibt Leute, die aufgrund der massiven Eingriffe des Menschen in die Umwelt bzw. Naturkreisläufe einen ökologischen Kollaps und damit die Unbewohnbarkeit der Erde erwarten. Andere sehen eine kosmische Bedrohung in Form von Asteroiden oder Kometen, die mit der Erde kollidieren könnten. Eine ganze Reihe weiterer Menschen befürchtet die Eskalation militärischer Konflikte zu einem Atomkrieg, der die menschliche Zivilisation global vernichtet.

Darüber hinaus gibt es religiöse Gruppierungen, die glauben, dass die Bibel die buchstäbliche Vernichtung des bestehenden Himmels und der Erde ankündige. Wie kommen sie darauf? Teilweise vermutlich durch die buchstäbliche Auffassung von Bibeltexten wie 2. Petrus 3, 7.10 wo es in der katholischen Allioli-Übersetzung heißt:

„Der Himmel und die Erde aber, die jetzt sind, werden durch dasselbe Wort aufbewahret und vorbehalten fürs Feuer am Tage des Gerichtes und der Verdammung der gottlosen Menschen. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; da werden die Himmel mit großem Krachen vergehen, die Elemente vor Hitze zerschmelzen, und die Erde samt den Werken auf ihr verbrennen.“

Die dramatischen sinnbildlichen Beschreibungen, die im Bibelbuch Offenbarung enthalten sind, spielen mit Sicherheit auch eine Rolle dabei. In Offenbarung 21, 1 heißt es z. B. gemäß der Luther-Bibel:

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.“

Jehovas Zeugen gehören zu keiner der angeführten Gruppen. Die apokalyptischen Berichte in der Bibel fassen wir nicht wortwörtlich auf, weil es andere Texte gibt, die anzeigen, dass die Erde für immer bestehen wird. Psalm 37, 29 verspricht z. B.:

„Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Neue-Welt-Übersetzung).

In der Bibel wird nicht von einem Weltuntergang im Sinne einer vollständigen Zerstörung des Planeten Erde oder Vernichtung sämtlichen Lebens darauf gesprochen. Gottes Wort kündigt nicht das Ende der menschlichen Zivilisation, sondern die Beseitigung des bestehenden vielfach dekadenten, korrupten, profitgierigen und menschenfeindlichen Gesellschaftssystems an. Dies geschieht nicht durch eine globale Naturkatastrophe oder einen nuklearen Holocaust, wodurch willkürlich und pauschal alles Leben vernichtet würden. Die Bibel spricht von einem geplanten Gerichtstag Gottes, an dem er gezielt das Gute vom Bösen trennt und Letzteres beseitigt.

Diese Endzeitvorstellung ist übrigens keine „Erfindung“ von Jehovas Zeugen. Als Beleg dafür eine Bewertung von Jehovas Zeugen aus evangelischer Sicht:

„Durch die ganze Lehre der Zeugen Jehovas geht ein radikaler Ton, und hier ist zum Teil etwas Echtes und Richtiges enthalten. Es ist ohne Zweifel richtig erkannt, dass es sich in dieser Welt um eine Auseinandersetzung zwischen Gott und dem Fürsten dieser Welt handelt. Es geht um einen Kampf, bei dem Gott das letzte Wort sagen wird, und es ist die Ansicht der Zeugen Jehovas, dass dieses letzte Wort Gottes unmittelbar bevorsteht. Damit atmet ihre ganze Lehre und ihre persönliche Haltung etwas von der Erwartung des nahe bevorstehenden Endes dieser Welt. Man wird dabei an die urchristliche Erwartung des Endes erinnert. An dieser Stelle wissen auch wir evangelischen Christen uns einig mit den Zeugen Jehovas. Auch in der Kirche ist uns neu aufgegangen, dass diese Welt ihrem Ende zugeht und wir nur dann recht leben, wenn wir in der Erwartung dieses Endes stehen“ (Wolfram Buisman, Das Evangelium und die Zeugen Jehovas, Hilfe fürs Amt, Band 13, Christlicher Zeitschriftenverlag Berlin, Berlin 1947).

Wie der protestantische Autor zu Recht andeutet, lebten auch die ersten Christen in der „Erwartung des Endes“. Insofern fühlen sich Jehovas Zeugen mit ihrer Überzeugung in bester Gesellschaft. Warum andere christliche Religionsgemeinschaften diese biblisch begründete Endzeiterwartung aufgegeben haben, entzieht sich unserer Kenntnis.

Wie stellen sich Jehovas Zeugen den Weltuntergang konkret vor?

W.S.: Da Jehovas Zeugen wie gesagt nicht an einen Weltuntergang, sondern an ein göttliches Weltgericht glauben, sehen sie diesem Ereignis positiv entgegen. Der Eingriff Gottes ist für uns gleichbedeutend mit der endgültigen, völligen Aufrichtung des Königreiches Gottes, um dessen Kommen Millionen von Gläubigen seit Jahrhunderten durch das so genannte Vaterunser beten. Es ist das von Gott vorgesehene Mittel, um das verloren gegangene irdische Paradies wiederherzustellen. Die Ankündigung dieser Friedensherrschaft ist Hauptinhalt des Evangeliums, das zu predigen Jesus seine Nachfolger beauftragte (Matthäusevangelium 24, 14 und 28, 19 f.). Insofern überbringen Jehovas Zeugen also keine „Drohbotschaft“ (indem wir angeblich Angst vor dem Gottesgericht schüren), wie unsere Gegner uns vorwerfen. Wir übermitteln vielmehr eine „Frohbotschaft“ – um bei dem Wortspiel zu bleiben.

Wie Gott bei diesem Weltgericht, das die Bibel auch als „Harmagedon“ (engl.: Armageddon) bezeichnet, im Einzelnen vorgeht, hat er nicht detailliert offenbart. Die Bibel versichert allerdings, dass es keine erneute globale Überschwemmung, ähnlich der Sintflut, geben wird (vgl. Bibelbuch 1. Mose 9, 8-10). In welcher Art und in welchem Umfang Gott zur Vernichtung der bestehenden menschliche Gesellschaftsordnung und alles Bösen, seine Macht über die Naturgewalten einsetzt und in welcher Form Engel zur Strafvollstreckung eingesetzt werden, wissen wir nicht. Darüber spekulieren Jehovas Zeugen genauso wenig, wie darüber, durch welche Vorkehrungen Gott diejenigen in Sicherheit bringt, die er für würdig erachtet, gerettet zu werden. Wir vertrauen fest darauf, dass Gott Mittel und Wege finden wird, sein Versprechen einzulösen, gute Menschen zu bewahren.

Was passiert in Harmagedon mit Personen, die keine Zeugen Jehovas sind?

W.S.: Natürlich hoffen Jehovas Zeugen darauf, zu denen zu gehören, die gerettet werden – das ist auch völlig legitim. Aber wer am Gerichtstag Gottes tatsächlich gerettet wird und wer nicht, das entscheidet Jesus Christus. Er ist der von Gott eingesetzte Richter – nicht Jehovas Zeugen (vgl. Johannesevangelium 5, 22; 2. Timotheusbrief 4, 1). Die Bibel macht allerdings deutlich, dass im Vergleich zur Weltbevölkerung nur relativ wenige Menschen den Eingriff Gottes überleben werden. Im Matthäusevangelium 7, 13 f. sagt Jesus unmissverständlich:

„Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden“ (Neue-Welt-Übersetzung).

Versuchen Jehovas Zeugen, den genauen Zeitpunkt des göttlichen Eingriffs zu berechnen? Wann geht die Welt nach Meinung von Jehovas Zeugen definitiv unter? Wird beispielsweise dem Ende des Maya-Kalenders im Jahr 2012 irgendwelche Bedeutung zugeschrieben?

Unterwegs

W.S.: Eine intensive Untersuchung der Bibel, ihrer Prophezeiungen und ihrer (teilweise verschlüsselten)Zeitangaben ermöglicht in der Tat die Berechnung gewisser Ereignisse. Auch dieses Vorgehen ist keine Spezialität von Jehovas Zeugen. So heißt es beispielsweise im Lukasevangelium 3, 15, dass die Juden zur Zeit Johannes des Täufers in Erwartung des vorausgesagten Messias waren. Warum waren sie das? Weil sie eine Voraussage des Propheten Daniel (vgl. Bibelbuch Daniel 9, 24-27) kannten, der eine bestimmt Anzahl von „Wochen“ nannte, die von einem definierten Ereignis bis zum Kommen des Messias vergehen sollten. Das Auftreten Jesu zur vorausgesagten Zeit bestätigt die Richtigkeit ihrer Erwartung.

In ähnlicher Weise gestattet eine Kombination verschiedener zusammenhängender Prophezeiungen der Bibel, das Jahr 1914 zu berechnen. In diesem Jahr begann Jesus Christus nach Auffassung von Jehovas Zeugen im Himmel als König des Reiches Gottes zu herrschen, um dessen Kommen Millionen von Christen seit Jahrhunderten beten. Daran glaubten schon C. T. Russell und die um diese Zeit noch unter der Bezeichnung „Bibelforscher“ bekannten Zeugen Jehovas vor über 100 Jahren. Die damaligen Bibelforscher waren allerdings irrtümlich der Ansicht, der Beginn der Herrschaft Jesu sei gleichbedeutend mit dem göttlichen Gerichtstag von Harmagedon. Ein genaueres Studium der Bibel machte aber deutlich, dass dem Regierungsantritt Jesu eine nicht exakt bestimmbare „Zeit des Endes“ (vgl. Bibelbuch Daniel 8, 19) – auch „letzte Tage“ genannt (vgl. Bibelbuch 2. Timotheusbrief 3, 1) – folgt. Diese Phase gipfelt letztlich in Harmagedon.

Ähnliche Missverständnisse gab es in Verbindung mit 1975. Das in diesem Jahr gemäß den biblischen (!) Angaben (Altersangaben, historische Daten, Geschlechtsregister etc.) 6 000 Jahre Menschheitsgeschichte vorüber waren, sehen Jehovas Zeugen heute auch noch so. Der Fehler, den viele Angehörige unserer Religionsgemeinschaft allerdings in Verbindung mit diesem Datum gemacht haben, war, wiederum zu glauben, damit auch gleichzeitig den Zeitpunkt des göttlichen Eingriffs hier auf der Erde bestimmen zu können. Diese Fehlinterpretation wurde im Nachhinein auch in einigen unserer Publikationen zugegeben.
Jehovas Zeugen haben diese Lektion verstanden. Insofern verknüpfen wir auch keine besonderen Erwartungen mit dem Ende des Maya-Kalenders 2012. Der genaue Zeitpunkt des Eingriffs Gottes lässt sich von Menschen genauso wenig vorab bestimmen, wie sich der Entbindungstermin einer Schwangeren exakt im Voraus errechnen lässt – selbst wenn man weiß, dass er unmittelbar bevorsteht. Deshalb legen sich Jehovas Zeugen nicht mehr auf konkrete Jahresangaben fest. Diese Tatsache ändert aber nichts an der festen Überzeugung von Jehovas Zeugen, dass der göttliche Gerichtstag (Harmagedon) kurz bevorsteht.

Was passiert nach dem Ende der Welt? Welche Vorstellungen haben Jehovas Zeugen über das weitere Leben?

W.S.: Wie zuvor erwähnt, glauben Jehovas Zeugen weder an die komplette Zerstörung unseres Planeten, noch an die pauschale Auslöschung sämtlichen Lebens auf der Erde (vgl. Matthäusevangelium 24, 21 f.; Bibelbuch Offenbarung 7, 9-17). Die Bibel erklärt eindeutig:

„Generationen kommen und gehen, nur die Erde bleibt für alle Zeiten bestehen!“ (Prediger 1, 4, Hoffnung für alle). 
„Deine Treue währt Generation um Generation. Du hast die Erde fest erstellt, damit sie bestehen bleibt“ (Psalm 119, 90, Neue-Welt-Übersetzung).
„Dies spricht der Herr, der den Himmel geschaffen hat, der Gott ist, der die Erde geformt und gemacht hat. Er hat sie gegründet. Nicht als Wüste geschaffen hat er sie, sondern zum Bewohnen“ (Jesaja 45, 18, Neues Leben).
„Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, und sie werden immerdar darauf wohnen“ (Psalm 37, 29, Neue-Welt-Übersetzung).
„Der Himmel gehört Jahwe, aber die Erde hat er den Menschen gegeben“ (Psalm 115, 16, Neue evangelische Übersetzung).

Jehovas Zeugen glauben, dass Gott seinen Namen Jehova dadurch heiligt, dass er seinen – durch die Sünde Adams und Evas gestörten – Vorsatz dennoch wie geplant verwirklicht. Sein Wille geschieht auf der Erde, wenn das verloren gegangene Paradies wieder hergestellt ist. Hätten Adam und Eva nicht gesündigt, würden beide nach Auffassung von Jehovas Zeugen heute noch leben. Sie hätten die Aussicht, gemeinsam mit ihren Milliarden ebenfalls vollkommenen Nachkommen ewig unter idealen Bedingungen zu leben. Dass es durch ihren Ungehorsam anders kam, ändert nichts an Gottes ursprünglichem Willen, die Erde mit Menschen zu füllen, die ihn in Einheit anbeten und sich willig seiner Führung unterstellen (vgl. Bibelbuch Offenbarung 5, 13 und 15, 3 f.).

Das Mittel, um dieses Ziel zu erreichen, ist das im Vaterunser erbetene „Reich Gottes“. Durch dieses „Werkzeug“ unter der Leitung seines Sohnes, Jesus Christus, wird Jehova Gott seinen Namen heiligen (vgl. Bibelbuch Hesekiel 38, 23) und dafür sorgen, dass sein Wille auf der Erde genauso geschieht, wie das im Himmel bereits der Fall ist. Alle, die Gottes Oberhoheit nicht anerkennen wollen, die den wiederhergestellten Frieden also erneut stören würden, werden beseitigt (vgl. Bibelbuch Sprüche 2, 21 f.). Danach werden die im Verlauf der Geschichte infolge der Sünde Adams Verstorbenen wieder auferweckt (vgl. Johannesevangelium 5, 28 f.). Am Ende der 1000-jährigen Herrschaft Jesu wird wieder der Zustand hergestellt sein, der vor dem Sündenfall im Garten Eden bestand (vgl. Bibelbuch Offenbarung 20, 1 f.6). Auf diesem Niveau dürfen gottgefällige Menschen – ohne krank zu werden oder zu altern – für immer leben (vgl. Bibelbuch Offenbarung 21, 3 f.).

 

Wir bedanken uns bei Wolfram Slupina für die ausführliche Stellungnahme. Bleibt als Fazit zu sagen, dass nach Meinung der Zeugen Jehovas das “korrupte, dekadente Leben” wie wir es kennen definitiv dem Untergang geweiht ist. Zeitpunkt und Auslöser dieses Weltendes sind – nach den Fehleinschätzungen der letzten Jahre – nun doch ungewiss. Ein Wermutstropfen ist aber, dass das darauf folgende ewige Leben nicht nur exklusiv den Zeugen Jehovas vorbehalten ist.

 

Katarina Mintalova
Markus Zobel

 

Bilder: Wikimedia Commons by [gemeinfrei] (1), Steelman (2, 3)

Jun 282011
 

10.03.11         Japan-Beben März 2011
11.09.01        Terroranschläge 9/11
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21.12.12        WELTUNTERGANG?!!?!!

 

Tsunami-Folgen in Ofunato, Japan. 15. März 2011

Die große Erdbebenkatastrophe und die darauf folgende Tsunami, die im März 2011 Ostküste Japans verwüstete und eine Atom-Krise verursachte, hat die ganze Welt erschrocken. Die destruktiven Kräfte der Natur in Verbindung mit den Spekulationen und Schreckvisionen der Konspirationstheoretiker haben jedoch auch unsere Ängste vor der  globalen Katastrophe, gar einem Weltuntergang erweckt und bekräftigt.

Was halten aber die Japaner selbst davon? Ist die Katastrophe für die Betroffenen ein Grund für die Untergangspanik? Zu diesem Thema haben wir unter anderem Edgar Honetschläger – einen österreichischen Künstler und Filmemacher und gleichzeitig Experte für die japanische Kultur  –  um seine Ansicht  gebeten.

Es ist wohl kein Zufall, dass die Katastrophe von den Apokalypse-Enthusiasten sofort in Verbindung mit dem Ende des Maya-Kalenders gebracht wurde, ähnliches ist schon nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien Ende 2004 passiert. In mehreren religiösen Schriften (z.B. in Christentum, Islam) gelten die großen Naturkatastrophen als Anzeichen der nahen Apokalypse, den selbsternannten Propheten spielen diese Ereignisse also natürlich in die Karten. Obwohl aber zahlreiche Weltuntergangstheoretiker wie vielleicht auch ein beträchtlicher Teil der sensationslustigen Weltöffentlichkeit gerne einen Zusammenhang zwischen dem Japan-Beben und dem „kommenden Ende“ sehen würden, bleibt eine Nation von diesem Gedanken anscheinend unberührt – paradox die Japaner selbst.

 

Keine ausgeprägte Apokalypse-Tradition in Japan

Die auf den ersten Blick erstaunliche Immunität gegen den weltweiten Hype selbst in diesen schwierigsten Zeiten ergibt sich am ehestens aus der japanischen Kultur, in der es im Unterschied zu vielen anderen Gesellschaften keine religiös verankerte apokalyptische Tradition gibt. Japan gilt als eines der säkularsten Länder der Welt, die Religion gehört hier überwiegend dem Privatbereich an und spielt im gesellschaftlichem Leben keine signifikante Rolle. Für das religiöse Leben der Japaner ist außerdem schon seit Jahrhunderten eine Vermischung und Vereinigung von unterschiedlichen und ursprünglich nicht zusammengehörenden Vorstellungen, Praktiken und Traditionen typisch. Dieser Synkretismus zeigt sich am deutlichsten darin, dass sich die meisten Japaner sowohl als Schintoisten als auch als Buddhisten betrachten.

Die traditionelle japanische Kultur ist schintoistisch geprägt und betont die Gegenwart, beobachtet und schätzt die Welt wie sie ist. Altjapanische Mythen enthalten daher im Unterschied zu vielen anderen Kulturen keine apokalyptischen Überlegungen oder Weltende-Szenarien. Im Mittelpunkt von Shintō steht, allgemein gesagt, das, was Bezug zur diesseitigen Welt, dem Leben, der Natur hat. Erst mit der Verbreitung des Buddhismus in Japan im 5. Jahrhundert n. Chr. kam der Frage nach dem Jenseits größere Bedeutung zu, allerdings leistet die buddhistische Weltanschauung zum Thema Weltuntergang ebenso keine „klassischen“ apokalyptischen Szenarien.

 

“Erdbeben sind täglich Brot”

Um die japanische Mentalität besser zu verstehen, haben wir Edgar Honetschläger um Interview gebeten. Der österreichische Künstler, Filmemacher und Gründer des EDOKO Instituts in Wien hat nämlich schon seit 20 Jahren in Tokyo sein Zuhause.

Edgar Honetschläger

E.H.: Japan war schon immer den Launen der Natur mehr ausgesetzt, als viele andere Teile der Welt. Erdbeben sind täglich Brot, Vulkanausbrüche und Tsunamis kehren regelmäßig wieder. Einer ‘total’ Zerstörung Tokyos blickt man pragmatisch ins Auge. Man weiss, dass die Stadt alle 70-100 Jahre zerstört wird.

Welche Einstellung haben Japaner generell zu Weltuntergangstheorien? Ist Weltuntergang überhaupt ein Thema in Japan? Wird im japanischen Raum dem Ende des Maya-Kalenders in 2012 Bedeutung zugeschrieben oder wird es gar nicht diskutiert?

E.H.: Ich habe in den nun 20 Jahren, die ich in Japan lebe kaum jemanden dieses Konzept diskutieren hören. Vor allem nicht in der Form in der es im Westen gehandhabt wird. Ich weiss nichts über den Maya Kalender und kenne niemanden vor Ort der sich damit beschäftigt.

Wurde ein möglicher Weltuntergang im Zusammenhang mit dem letzten Beben im japanischen Raum diskutiert und vielleicht als Anzeichen der nahen Apokalypse identifiziert?

E.H.: Nein, das Gros der in Japan lebenden Menschen hat keinen Hang zur Esoterik.

Auch der Großteil der Professoren des japanologischen Instituts der Universität Wien sind sich einstimmig, dass man sich in Japan kaum mit dem Thema Weltuntergang auseinandersetzt. Grund dafür seien die sehr oft auftretenden Umweltkatastrophen. In Japan hat man sich damit abgefunden, dass solche Ereignisse geschehen, diese aber nicht den Weltuntergang vorhersagen oder gar einleiten.

 

Post-WW2 Schock und die moderne Kultur Japans

Mehr Raum wurde dem Thema Weltende in der jüngeren Geschichte Japans eingeräumt. Den entscheidenden Einfluss darauf hatte der für Japaner wortwörtlich apokalyptische Schluss des zweiten Weltkrieges – die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki. Infolge des erlebten Traumas ist der nukleare “Weltuntergang” für die Japaner sehr real geworden. Die traditionellen Werte sind angesichts des harten Schlags ins Wanken geraten. Was folgte, war eine lange Periode der Suche nach eigener Identität, Sinn und Vereinbarung zwischen den alten Idealen und Herausförderungen der Realität, die sich in der modernen japanischen Kultur niedergeschlagen hat. Ein Mittel zur „Wiederselbstfindung“ der Japaner war natürlich auch die Kunst, die post-apokalyptische Thematik ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem in der Populärkultur, etwa in Manga und Anime sehr gut sichtbar.

In der japanischen Literatur setzen sich aber nur wenige Werke mit dem Thema Apokalypse direkt auseinander. Eines davon ist „ Nihon chinbotsu “ (im deutschen: „Japan sinkt. Vom Untergang des japanischen Archipels“) von Komatsu Sakyô (1973). Im Buch beschreibt der Autor ein Szenario in dem sich die philippinsche Platte über die eurasische schiebt. Japan befindet sich zwischen diesen Platten und wird dabei fast völlig zerstört und ein Großteil der japanischen Inseln gehen unter. Dieses Buch wurde mehrere male verfilmt und 2006 erschien eine Parodie: „Nihonigai zenbu chinbotsu” (im deutschen: “Alles sinkt außer Japan”). Außerdem gibt es einen Roman „Die vierte Zwischenzeit“ und mehrere surrealistische Kurzgeschichten des bekannten japanischen Autors Abe Kôbô. In diesen Geschichten handelt es sich meist um Untergangsszenarien in denen die Welt gefriert oder ähnliches.

Solche Werke sind stellen jedoch eher Ausnahmen dar. Ina Hein, Professorin für Japanologie und Spezialistin für moderne japanische Literatur der Universität Wien behauptet selbst, dass es kein zur Bibel oder amerikanischen Filmproduktionen (Alieninvasion, Meteoritenaufprall)  ähnliches „Genre“ von Weltuntergangsliteratur oder auch Weltuntergangsfilmen in Japan gibt.

Edgar Honetschläger zur Apokalypse in der japanischen Pop-Kultur:

In ihrem letzten Film AUN sprechen Sie auch das Thema der Apokalypse an. Haben Sie sich dabei auch von der japanischen Kultur inspirieren lassen?

E.H.: Von Japan ja, aber nicht in Bezug auf die Apokalypse. Einer der Charaktere im AUN sagt: “alles was der Mensch kreiert ist Natur. Zu glauben der Mensch könnte die Erde zerstören ist eine Hybris. Selbst wenn es uns gelänge die Erde zu zerstören, welch winziger Punkt sie im Universum gewesen sein wird.”

Wie nehmen Sie die apokalyptische Thematik in der modernen japanischen Kultur, bzw. Pop-Kultur wahr?

E.H.: Es steht fast immer in direktem Zusammenhang mit den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki. Der Verlust des 2. Weltkrieges, die Atombomben, die bis heute währende Okkupation werden als Weltuntergang empfunden.

Und wie fühlen sich die Japaner nach der letzten Katastrophe – Erdbeben vom März 2011?

E.H.: ‘Die Japaner’ ist eine ungültige Generalisierung. Das Spektrum ist weit: Betroffenheit, Trauer, Gleichmut, Ignoranz, aufbegehren und mehr – alles ist zu finden.

Zusammenfassend läßt sich also sagen, dass in Japaner trotz – oder gerade wegen – vieler einschneidender Ereignisse, die teilweise sogar ganze Städte zerstörten eine lebensbejahende Mentalität herrscht die kaum Platz für Weltuntergangstheorien und Spekulationen lässt. Nur selten findet man in der japanischen Gesellschaft bzw. in der Kultur Weltuntergangsszenarien. Hauptsächlich setzt man sich damit in der Pop-Kultur, in Mangas und Animes auseinander. In anderen Bereichen wie Film und Kunst ist dies eher eine Rarität und das buddhistisch-schintoistische religiöse Gemisch Japans räumt diesem Thema so gut wie keinen Raum ein.

 

Katarina Mintalova, Matus Volny, Michael Waß

 

Bilder: gemeinfrei

 

QUELLEN:

Tanaka, Motoko (2011): Apocalypticism in Postwar Japanese Fiction.

Littleton, C. Scott (2005): Religionen verstehen. Shintoismus. Köln: Fleurus Verlag.

Hall, John R. et al. (2000): Apocalypse Observed. Religious Movements and Violence in North America, Europe, and Japan. New York: Routledge

Eschatology.org: The Japanese Earthquake is Not a Sign of the End.

Professoren des japanologischen Instituts der Universität Wien

Jun 282011
 

Dr. Ahmed Hamidi,Stellvertretender Vorsitzender des Obersten Rates der IGGIÖ

Der Islam beinhaltet kategorisch zwei wesentliche Konfessionen; die Schia und die Sunna. Im Grunde gibt es zwischen Schia und Sunna keine grundlegenden Unterschiede. Die Unterschiede liegen nur im Detail, sagt Ahmed Hamidi, Stellvertretender Vorsitzender des Obersten Rates der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGIÖ), Stellvertretender Leiter des Schulamtes der IGGIÖ und Lehrkraft an der Islamische Religiöse-Pädagogische Hochschule (IRPA). Weiterhin erzählt uns Herr Hamidi, dass der einzige Unterschied, den man erwähnen könnte, welcher aber im Zusammenhang mit dem Weltuntergang ein bedeutender Unterschied ist, dass die Schiiten an die Imamiten glauben.

Der Glaube an die Imamiten ist eine der Grundlagen der Religion, laut der Schia. Kurz gesagt, die Schiiten glauben an den Propheten Muhammed und an die nach ihm folgenden zwölf Imame. Die Aussagen von diesen Imamen sind für sie verbindlich. Es sind Gesetze die eingehalten werden müssen. Die Schiiten glauben daran, dass all diese zwölf Imame unschuldig, vertrauenswürdig, und sündlos sind. Laut Sunna sind das Eigenschaften die nur Propheten vorweisen. „Wir als Sunniten respektieren alle zwölf Imame“, betont Ahmed Hamidi, „der Grund dafür ist, dass es die Enkel von unserem Propheten sind“. Nach dem Schiitischen Glauben an die Imamiten, war der erste Imam, Kalif Ali und der letzte zwölfte Imam war Muhammad ibn Hasan al-Mahdi. Mahdi wird als Wohlleitender und Rechtleitender definiert.

Die Schiiten glauben, dass der letzte Imam Mahdi nicht verstorben, sondern verborgen ist. Dieser zwölfte-verborgene Imam wird am Ende der Welt als ein Zeichen des jüngsten Tags wieder zurückkommen,um die Menschen wieder auf den Pfad Gottes zu führen, die Wohltat wiederherzustellen, die Menschheit wieder von Ungerechtigkeiten zu befreien. Genau wie in der sunnitischen Lehre, ist auch laut Schia, die Zeit des Weltuntergangs unbestimmt. Das Einzige, was man über den Zeitpunkt weiß, dass der Mahdi  drei, sieben oder neu Jahre, vor dem Weltuntergang wieder zur Welt kommen wird. Manche glauben, dass der Mahdi, Jesus helfen wird.

Über den Imamiten oder Mahdi finden sich im Koran keine Aussagen. „Einige aus der sunnitischem Glaubensrichtung, glauben auch an den Mahdi“, sagt Ahmed Hamidi „aber der Unterschied ist; wir können nicht bestimmen, wer das ist, wie er wieder kommt, wo er geboren ist, wohin er auf der Welt zurückkommt, weil alles was mit dem Weltuntergang zu tun hat, kein Mensch bekannt geben kann. Denn  laut dem Koran, kann kein Lebewesen die Zukunft voraussagen.“

Außer  dem Glauben an den zwölften Imam Mahdi, sind all die kleinen und großen Zeichen des Weltuntergangs, also die Kriege, die Naturkatastrophen, die Armut, Ad-dadsch-dschal, das Herabsteigen von Isa, das Erscheinen von Yadschudsch und Madschudsch, das Aufgehen der Sonne vom Westen, das Herauskommen von Ad-dabbah, die im Weltuntergang laut Koran und Sunna erwähnt wurden, bei den Schia und Sunniten gleich, erklärt Hamidi.

Dass ein Mahdi kommt oder nicht, wer der Mahdi ist, wer der Ad-dadsch-dschal ist, was der Ad-Dabbah ist, oder wann der Weltuntergang kommt, solche Fragen kategorisiert Herr Hamidi als sinnlos, gar zwecklos. Er empfiehlt, das grundlegendste, dass an irgendeinem  unbestimmten Tag der Weltuntergang stattfinden wird und die Menschen sollten sich nur damit beschäftigen, wie viel Gute taten/ Wohltaten, sie bis zum Jüngsten Tag gemacht haben oder machen können. Man sollte sich nur dafür interessieren und nach Erlösung streben.

Zeynep Berre Özcelik

Quelle:

Gespräch mit Ahmed Hamidi

Imam al Mahdi-Der lebende Beweis

Wikipedia-Mahdi

What’s the Difference Between Shia and Sunni Muslims?

Jun 272011
 

Die Kirche der Siebenten Tags Adventisten ist eine protestantische Freikirche und die größte adventistische Religionsgemeinschaft.

Ellen G. White

Sie ist anderen protestantischen und baptistischen Kirchen ähnlich. Der Begriff adventistisch bedeutet, dass die Kirche an eine baldige Wiederkunft Jesus Christus glaubt. Sie ist im 19. Jahrhundert aus dem Zusammenbruch der Millerbewegung in Amerika entstanden und wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Europa praktiziert. Joseph Bates, Ellen G. White und James Springer White gelten als Mitbegründer der Siebenten Tags Adventisten. Seit 1903 ist die Gemeinschaft im heutigen Österreich vertreten. Sie besteht aus ca. 3.800 getauften Anhängern und 49 Gemeinden (Stand 2009). Seit 1998 haben die Siebenten Tags Adventisten in Österreich den Status einer staatlich eingetragenen religiösen Bekenntnisgemeinschaft.

Glaube
Die Adventisten haben einen weltweiten Missionsauftrag, sie sollen die zerrissene Welt als Einheit zusammenbringen, egal, welche Hautfarbe, Nationalität oder Kultur die Menschen haben. Sie glauben an Jesus Christus als Erlöser und Retter, der ihnen auch heute zur Seite steht. Sie folgen ihm nach, finden dadurch Freude und Hoffnung für ihr Leben und wollen diese auch an andere weitergeben.  Sie haben den Glauben an Jesus Christus mit allen Christen gemein, er steht im Mittelpunkt ihres Lebens. Die Bibel als Wort Gottes und höchste religiöse Autorität spielt eine große Rolle im Leben der Mitglieder. Weitere wichtige Eckpfeiler sind die Taufe, welche erst bei Jugendlichen als freie Willensentscheidung durchgeführt wird, und das Abendmahl, das normalerweise viermal im Jahr stattfindet. Das Heil kann nur in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus gefunden werden.
Nach der biblischen Zählung ist der Sonntag der erste Wochentag. Während die meisten Christen am Sonntag den Tag des Herrn feiern, ist für die Anhänger der Siebenten Tags Adventisten der Samstag (Sabbat), welcher der siebente Wochentag ist, der heilige Tag. Hier findet der Gottesdienst statt, die Mitglieder kommen zur Ruhe und verbringen Zeit mit ihren Mitmenschen. Seit 1964 sind Kinder und Jugendliche in Österreich vom Schulunterricht am Samstag befreit.

Der Weltuntergang als Neuanfang
In unserer sich immer schneller verändernden Welt ist es für die Adventisten eine Herausforderung, den modernen Menschen mit der Botschaft des Evangeliums gegenüberzutreten. Diese besagt, dass Christus auf die Erde zurückkehren wird. Adventisten lehnen ein Datum für die Wiederkunft Jesu ab. Sie glauben, dass Gott die Weltprobleme lösen wird. Die Siebenten Tags Adventisten sehen den Weltuntergang als einen Neuanfang. Auf der neuen Erde wird es Gerechtigkeit geben und Gott selbst wird hier leben. Während die Gottlosen endgültig vernichtet werden, wird für die Erlösten Liebe, Freude und das ewige Leben herrschen.

Iris Michael

Quellen:
Bild: gemeinfrei, http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Ellen_G_White.gif&filetimestamp=20100929033412
http://www.adventisten.at
http://www.adventisten-wn.at/ueberuns.shtml
http://de.wikipedia.org/wiki/Siebenten-Tags-Adventisten

Jun 272011
 

 Das Volk der Tolteken war eines jener indigenen Völker, die in der vorkolonialen Zeit Mittelamerika und die Karibik besiedelten. Wie auch die Maya und die Olmeken bildeten sie die Urbevölkerung der heutigen Nationalgebiete Mexiko, Guatemala, Belize und Honduras.
Die toltekische Prophezeiung von der Wiederkehr der Hölle wird gerne im Web zitiert. Ihr Reiz liegt in der festen Datierung eines Endzeitpunktes: im Chinesischen Jahr der Ratte 4694, das dem Jahr 2012 in unserer Zeitrechnung entspricht, sollen die höllischen Mächte losbrechen. Doch gerade in jenem Punkt deckt sich der moderne Mythos nicht mit den kulturhistorischen Kenntnissen der toltekischen Göttersagen.

Tolteken – Untergegangene Hochkultur Mittelamerikas
Im 9. Jahrhundert nach Christi zogen Volksstämme aus dem Norden in Zentralmexiko ein und ließen sich im heutigen Bundesstaat Hidalgo nieder. Sie brachten Schrift und Kalender, sowie große handwerkliche Kunstfertigkeiten mit. Die von ihnen erbaute Stadt Tula entwickelte sich schon bald zum wirtschaftlichen Zentrum der Region. Hier hinterließen die Tolteken zahlreiche Zeugnisse ihrer Kultur und ihres Vielgötterglaubens, bevor sie im 12.Jahrhundert mit dem Volksstamm der Azteken verschmolzen.

Die Überlieferung
Dem Halbgott Quetzalcoatl kommt in den Göttermythen der Tolteken eine heldenhafte Rolle zu. Die Legende besagt, dass das vierte Zeitalter der Welt sich dem Ende zuneigte, als die Götter beschlossen die Menschheit zu vernichten. Quetzalcoatl stieg in die Welt des Todes hinab um die Knochen der menschlichen Ahnen einzusammeln. Die kostbaren Reliquien der letzten vier Zeitalter zu besitzen würde ihm die Macht verleihen über den Fortbestand der Menschheit zu entscheiden. Auf abenteuerliche Weise gelang es ihm schließlich, die Knochen an sich zu bringen, nachdem die Göttin Quilatzli diese bereits zu Pulver zermahlen hatte.

Das Endzeit-Zitat
„Der Mythos beschreibt, wie Quetzalcoatl (…) seine Genitalien über den pulverisierten Knochen ausbluten läßt. Dabei beginnt sich das fünfte Zeitalter der Gefühle auf Erden zu manifestieren. Das Blutopfer ist bemerkt, schafft ein Gefühl, einen Sinn für Buße und Verpflichtung fortan – bis zum Mayajahr 5124, Islamischen Jahr 1391, Illuminaterjahr 6012 oder Gregorianischen Jahr 2012 – wenn alle Hölle einmal wiederkommt, unerwartet, bricht es los…“ (auf: http://www.deoxy.org/rat4694.htm)

Wiederkehr der Hölle im Jahr 2012?
Die zitierte Textstelle wirkt authentisch und ließe sich nahtlos in die toltekische Göttersage einfügen. Sie stammt jedoch nicht aus jener Sammlung historischer Aufzeichnungen aus dem 16. Jahrhundert, die als älteste erhaltene schriftliche Quelle mittel- und südamerikanischer Mythen gilt: dem Codex Chimalpopoca. Es scheint vielmehr als hätte sich im Netz eine fantasievolle Abwandlung verbreitet, die mit Endzeitfantasien spielt.

 

Text: Julia Pekarek

Bild oben rechts: Travis S., „Templo de Quetzalcoatl“ – www.flickr.com / Some rights reserved
Bild unten links: “Quetzalcoatl” aus Codex Borbonicus – www.en.wikipedia.org

Quellen:
Mayer, Doris: 2002. In: Abenteuer Philosophie, Nr. 90
www.indianer-feder.de
www.deoxy.org/rat4694.htm
www.thebellforum.com
http://prophezeiungen.blogspot.com
www.dreamscape.com
http://forum.grenzwissen.de
www.deoxy.org/rat4694.htm
www.schauungen.de

Jun 272011
 

Liebe Erdenschwester und Erdenbrüder!

Unsere heutige Séance widmen wir den großen Umwälzungen, die uns erwarten. Die Endzeit oder genauer gesagt das Ende unserer Welt, wie wir sie kennen, ist nämlich nicht nur für uns – die Erdlinge – von Bedeutung. Es gibt eine Reihe von nicht-körperlichen Wesen höherer Dimensionen, so glauben zumindest die Anhänger der spiritualistischen Tradition, die uns unter anderem auch wichtige Informationen und Handlungsanweisungen zu den bevorstehenden Veränderungen mitteilen wollen.

Channeling ist ein Begriff aus der spiritualistisch geprägten New-Age-Bewegung und bezeichnet den Vorgang, bei dem eine Person als Sprachrohr eines höheren Wesens fungiert, also als Kanal/Medium zur Übertragung von Informationen. Die übersinnliche Entität tritt dabei in eine Art telepatischen Kontakt mit dem Medium, das sich in der Regel in einem Trancezustand befindet. Die Botschaft kann dann mündlich oder auch schriftlich wiedergegeben werden.

Die behaupteten Quellen der Information sind vielfältig – manche kontaktieren uns aus dem Jenseits wie Seelen lang gestorbener Menschen, andere identifizieren sich als kollektive spirituelle Entitäten, Lichtwesen, göttliche Wesen, Erzengel oder höherdimensionale Außerirdische. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie über das Wissen verfügen, das der Menschheit noch verborgen bleibt. Dank ihrer allumfassenden Liebe wollen sie dieses Wissen mit uns teilen, um uns zu helfen uns auf das Zukünftige vorzubereiten.

„Die Erde ist dabei, in die vierte Dimension aufzusteigen, und das wird viele Veränderungen auslösen.“

– Der Sonnengott –

Wahrscheinlich das prominenteste medial empfangene Szenario der  „Apokalypse“ ist das der Aszension – des Aufstieges der Menschheit in die nächste, höhere Lebensform. Auf dieses Ereignis sollen mittels diversen Medien und Spiritisten bereits mehrere Entitäten hingewiesen haben, darunter z.B. der Sonnengott, ein Wesen namens Ra und wohl der bekannteste – Ashtar Sheran.

Die Informationen zum Aufstieg wurden von den genannten übernatürlichen Meistern jedoch nicht als eine Ganzheit übermittelt, sondern vielmehr fragmentiert, in der Vielzahl von Texten und Monologen, die sie ihren Medien während unzähliger Channeling-Sessions mitgeteilt haben. Stellen wir uns diese Wesen daher zuerst kurz vor, um nachfolgend aus ihren Mitteilungen ein ganzheitliches Bild der Prophezeiung zu zeichnen zu versuchen:

Der Sonnengott

Tom Smith

Diese göttliche Energie beschreibt sich selbst folgendermaßen: „Seit der fernsten Vergangenheit haben mich viele als >>Sonnengott<< bezeichnet, denn das bin ich tatsächlich. Aber ich bin nicht der Eine Gott, ich bin nicht der Eine Schöpfer, der uns alle erschaffen hat.“ Der Sonnengott hat zwischen den Jahren 1991-1993 dem US-Amerikaner Tom H. Smith (*1942 †1993) eine umfassende Beschreibung der heutigen und zukünftigen Veränderungen diktiert, die später im Buch Mutter Erde wehrt sich – Prophezeiungen zur Lage des Planeten erschienen sind.

 

Ra
Lange bevor das Leben auf der Erde entstanden ist, gab es anscheinend Lebensformen der 3. Dimension (wie heute die Menschen) auf der Venus. Diese haben den Aufstieg auf die nächsten Ebenen der Existenz bereits geschafft und formten schließlich ein kollektives Wesen, das wir als Ra kennen gelernt haben. Über das Channeling von Ra haben die Seher Carla Rueckert, Don Elkins, und Jim McCarty zwischen 1981 and 1984 „sein“ Buch The Law of One zusammengestellt.

Ashtar Sheran
Ashtar ist ein Kommandant der außerirdischen Galaktischen Föderation des Lichts, der seit Jahren mit seiner (unsichtbaren!) Raumschiff-Flotte unsere Erde bewacht. Er gehört zu den höherdimensionalen Lichtwesen namens Santiner. Diese Figur wurde bereits in den 1950er Jahren erstmals gechannelt und hat seither eine große Anhängerschaft – und auch „Mediumschaft“ – gewonnen. Die hier verwendeten medialen Mitteilungen Ashtar Sherans stammen von der deutschen Psychotherapeutin Dr. Savitri Braeucker (*1941).

„Wir erwarten euch mit aller Liebe und haben alles vorbereitet.
[…]
Alle Seelen, die bewusst oder unterbewusst einer Emporhebung zugestimmt haben, werden in unsere Schiffe levitiert werden.“

– Ashtar Sheran –

Die Botschaften von Sonnengott, Ra und Ashtar überdecken sich in den wesentlichsten Punkten und teilweise leistet jeder auch unterschiedliche spezifische Details, die sich aber nicht widersprechen. Zusammenfassend ergibt sich dann das folgende Bild der Aszension:

Jede Lebensform muss in einem Milliarden Jahre dauerndem Evolutionszyklus 8 Dimensionen durchlaufen, die in der Unendlichkeit beginnen und von Ra wie folgt definiert werden:

1. Dimension = Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer wirken aufeinander.

2. Dimension = Die ersten Pflanzen und Tiere.

3. Dimension = Heutige Evolutionsstufe der Menschheit. Ebene der Selbstbewusstheit, des rationalen und intuitiven Denkens.

4. Dimension = Erkenntnis, dass auch die Anderen ein Teil des Selbst sind. Individuelle Differenzen sind noch immer deutlich, aber durch ein gemeinsames Bewusstsein wird die Harmonie hergestellt. Langsam entwickelt sich ein „social memory complex“ wo die Erfahrungen der Einzelnen allen zugänglich gemacht werden.

5. Dimension = Die Erfahrung der 4. Dimension führt zur unvorstellbarer Weisheit. Die Entitäten auf dieser Ebene können nach Belieben physische Objekte schaffen oder verschwinden lassen.

6. Dimension = Die Erfahrung des Selbst als Licht. Ra befindet sich auf dieser Ebene.

7. Dimension = Kulminierung, Vorbereitung auf Übergang in die 8. Dimension. Die Entität auf dieser Ebene ist bereits „Der Schöpfer“.

8. Dimension = Die Wiederkehr in die Unendlichkeit.

Jedes Wesen, also auch der Mensch, besitzt den freien Willen und kann daher teilweise selbst beeinflussen, wie schnell dieser Zyklus geschieht. Zugleich unterliegt die Existenz der Menschheit aber einem Karmagesetz: Die Menschen haben leider durch ihren rücksichtlosen und destruktiven Lebensstil bisher nicht nur den Aufstieg in die 4. Dimension nicht geschafft, sondern haben auch eine (Karma-)Reaktion der Erde ausgelöst, weil der Planete diese Negativität nicht mehr ertragen kann. Mutter Erde möchte endlich in eine höhere Daseinsform übergehen, und dafür muss sie ihr gegenwärtiges Dasein, das von den negativen Schwingungen des Menschlichen durchtränkt ist, reinigen. Das geschieht in Form von großen Naturkatastrophen, die die ganze Erdoberfläche reinigen, verändern und unter anderem zum Beispiel Atlantis wieder auftauchen lassen. Übrigens war es gerade der gescheiterte Aufstieg in die nächste Dimension, bei dem Atlantis zerstört wurde. Die Menschen haben nun wieder, und zum letzten Mal, die Chance gemeinsam mit der Erde in die vierte und bald danach mit dem gesamten Sonnensystem in die fünfte Dimension aufzusteigen.

Die Mehrheit der Menschen hat sich allerdings durch ihr negatives Handeln für den Verbleib in der dritten Dimension entschieden, was die höherdimensionalen Wesen als Ausdruck des freien Willens absolut respektieren. Diese Menschen werden nach den Umwälzungen in die Spheren solcher Planeten inkarniert, die der Schwingung unserer Erde im bisherigen Zustand entsprechen. Dort beginnt für sie der Zyklus der 3. Dimension von Anfang an (Steinzeit) und eventuell bekommen sie eine neue Aufstiegschance.

Die Erde wird aufgrund der katastrophischen Veränderungen für eine gewisse Zeit nicht mehr bewohnbar. Daher werden uns, diejenigen die für den Aufstieg auf die höhere Frequenzen vorbereitet sind, die Lichtwesen unter Führung von Asthar Sheran in ihre Raumschiffe evakuieren – ein Ereignis, das als „die große Einsammlung von Seelen“ (the Great Harvest of Souls) bezeichnet wird. Aber wann soll dies alles geschehen?

Erfahrenen Weltuntergangstheoretiker überrascht es nicht, dass diese Ereignisse im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Jahr 2012 und dem Ende des Maya-Kalenders stehen. Die Maya glaubten, dass sich die Sonne als ein lebendiger Organismus im ständigen spirituellen Kontakt mit unserer Erde befindet (-> Sonnengott?!) und haben sich selbst als die fünfte erleuchtete Zivilisation bezeichnet („illuminated by the sun“, die 4. Zivilisation waren noch die Atlanter!). Ihre – und unsere – 5. Welt sollte 1987 enden, damit im 2012 die 6. Welt (->Übergang in die 4. Dimension?!) beginnen kann. Heute leben wir also „zwischen“ diesen zwei Welten – in der Zeit der sog. Apokalypse. Dies erklärt die katastrophischen Naturereignisse, die auf der Erde in den letzten Jahren kulminieren. Es ist die Zeit der Vorbereitung für das Betreten der 6. Welt und Existenz auf einer höheren Vibrationsebene der Harmonie (-> die Einsammlung der Seelen und die Aszension?!). Das gilt sowohl für den Planeten als auch für die Individuuen, die sich für den Aufstieg innerlich entscheiden müssen, sonst werden sie mit der alten Welt niedergehen.

Der Höhepunkt dieses Prozesses kommt um 11:11 Uhr am 21.12.2012, genau zu der Wintersonnenwende, wenn die Erde und die Sonne in einer Linie mit dem galaktischen Zentrum der Milchstraße geraten. In diesem Moment soll aus dem Galaxiezentrum zur Erde durch die Sonne eine unvorstellbare Menge Energie zufließen, die den Aufstiegsprozess auslöst. Wie dieses Ereignis jedoch genau aussehen wird, wurde uns bisher nicht verraten.

Wie zuverlässig sind aber diese medial vermittelten Prophezeiungen überhaupt?  Da sind sich die Spiritisten selbst nicht ganz sicher und geben zu, dass Mediumismus umstritten, da nicht gut überprüfbar sein kann. Ein kleines Hilfskriterium  zum Trennen der Spreu vom Weizen gibt es aber doch: sollte sich in Ihrem Umfeld ein höheres Wesen zu Wort melden, achten Sie auf die „Schwingung“ der Botschaft. Denn die liebevollen, erhebenden Botschaften, die zum Denken anregen, können wohl höherer Herkunft sein – aber auch sonst haben sie als originelle, inhaltlich wertvolle Literaturstücke ihre Daseinsberechtigung – so zumindest die Esoteriker.

An dieser Stelle bleibt mir daher nichts anderes übrig, als die heutige Sitzung zu beenden und sich mit den Worten von Sonnengott und Ashtar Sheran zu verabschieden:

„Ich liebe alle Wesen auf der Erde, denn ich liebe den Einen Schöpfer von uns allen.“

„Gott zum Gruß und Friede über alle Grenzen!“

 

Matus Volny

 

Quellen:

Smith, Tom H./ Braeucker, Savitri (1997): Mutter Erde wehrt sich. Prophezeiungen zur Lage des Planeten.

Weidner, Gisela (2001): Zukünftige Ereignisse auf Erden.

Mediums and Seers

The “Channeling” Phenomenon and the Mayan Prophecy

Winter Solstice, Full Moon, Total Lunar Eclipse & 2012 Galactic Alignment Activation

The Universe According to Ra

Wer ist Ashtar Sheran?

Forum Project Avalon

2012 and the Harvest of Souls

New Age Channeling

A.D. 2012 Is Something Big Coming?

 

Bilder: Some Rights Reserved

http://www.freepsychics.pro/

http://www.govinda.ch/unsere-autoren/tom-h-smith.html

http://i371.photobucket.com/download-albums/oo152/mahaskey2/Ashtar_Sheran.jpg

http://anajones.typepad.com/.a/6a011168fc5d03970c0148c69c604c970c-pi